Konzentrationstraining

Das Marburger Konzentrationstraning (MKT)

Das Marburger Konzentrationstraining richtet sich an Kinder, die in der Schule leicht ablenkbar und und auch bei den Hausaufgaben Probleme haben. Wenn genügend Kinder für ein Training zusammenkommen, kann ab 3 Kindern das Training in einer Gruppe, aber ansonsten auch abgewandelt in Einzeltherapie stattfinden. Im MKT lernen die Kinder, wie man am besten mit Aufgaben umgeht. Es werden verschiedene Bereiche trainiert:

Entspannung

Entspannung ist eine Voraussetzung für Konzentration. Für viele Kinder ist es sehr schwierig, zur Ruhe zu kommen. Mit Hilfe von Fantasiereisen oder progressiver Muskelentspannung nach Jakobsen lernen sie sich hier systematisch zu entspannen.

Reflexiver Arbeitsstil

Wie finde ich heraus, wie eine Aufgabe geht? Wie gebe ich mir selbst die richtigen Anweisungen zur Lösung? Wie stelle ich fest. ob ich alles richtig gemacht habe? Impulsiv arbeitende Kinder lernen, sich zu bremsen und zu kontrollieren. Trödelige Kinder lernen, sich Schritt für Schritt weiterzuarbeiten.

Selbstbewusstsein

Viele unserer Trainingskinder erleben im Alltag oft Misserfolge. Im MKT lernen sie, Probleme selbstständig anzugehen, dass ein Fehler keine Katastrophe ist (man kann ihn ja verbessern) – und dass sie vieles schon ganz gut können. Auf diese Weise wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt, und sie sind eher bereit,weiterzulernen.

Training aller Sinne

Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken – wer mit allen Sinnen lernen kann, der lernt mehr. Wahrnehmung und Gedächtniswerden in spielerischen Übungen trainiert, die den Kindern meist sehr viel Spaß machen.

Motivation

Das Training macht den meisten Kindern Spaß- zum einen, weil sie Erfolgserlebnisse haben, zum anderen, weil sie belohnt werden. Deshalb geben sie sich Mühe und lernen vieles, was sie sonst nicht einmal versucht hätten.

Elternabend

Beim MKT wird nicht nur mit den Kindern trainiert – auch die Eltern sind mit eingebunden.

Bei einem Elternabend werden Informationen und Tipps für die Hausaufgaben vermittelt und es können Erfahrungen ausgetauscht werden.

Quelle: www.marburgerkonzentrationstraining.de

 

 

Das Aufmerksamkeitstraining nach Lauth und Schlottke

Was ist das „Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern“?

Es handelt sich um ein bekanntes Therapieprogramm zur Behandlung von Kindern mit einer Aufmerksamkeitsstörung. Das auffällige Kind lernt spielerisch sich in der Schule und bei den Hausaufgaben zu konzentrieren und sich allgemein besser zu kontrollieren. Als „Klassiker“ unter den verhaltenstherapeutischen Programmen, hat es sich vielfach in wissenschaftlichen Studien und in der Praxis bewährt.

Wem hilft das Aufmerksamkeitstraining?

Das Aufmerksamkeitstraining hilft nicht nur bei diagnostizierten Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS/ADS, sondern auch bei Auffälligkeiten wie:

-Allgemein fehlerhafte und unzuverlässige Arbeitsweise

-Große Probleme in der Schule durch Unruhe und unzureichendes Lernen

-Soziale Probleme im Familienalltag (z.B. Hausaufgaben machen, Aufträge ausführen, Streit mit Geschwistern)

-Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen

Ablauf und Inhalte des Trainings

Das Training gliedert sich grob in

1. Basistraining und

2. Strategietraining.

Diese Teile haben verschiedene Behandlungsschwerpunkte, welche mit dem Kind in jeder Sitzung bearbeitet werden. Zusätzlich erhält das Kind „Hausaufgaben“. Es handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz, indem verschiedene Lebensbereiche des Kindes (zu Hause, Schule, Freunde) einbezogen werden. Die Zusammenarbeit mit den Eltern und Lehrern wird deshalb angestrebt. In der Regel findet das Training einmal wöchentlich statt, die Eltern sollten mindestens drei gesonderte Termine wahrnehmen. Ziel dieser Termine ist es, den betroffenen Eltern Hilfe im Umgang mit ihrem aufmerksamkeitsgestörten Kind (ADHS, ADS) zu bieten.

1. Das Basistraining

Das Basistraining konzentriert sich auf den Störungsschwerpunkt “Einschränkungen der Selbstregulationskompetenzen”. Dieser Therapiebaustein fördert Basisfertigkeiten sowie Reaktionskontrolle und einfache Formen verbaler Handlungsregulation. Dies wird zunächst weitgehend an wissensfreiem Material vermittelt, um das Erreichen des Behandlungsziels nicht durch Wissensdefizite zu gefährden. Die Vermittlung dieser Fertigkeiten wird durch operante Verstärkung unterstützt.

-Erlernen von Selbststeuerung

Die Kinder sollen lernen, ihr Verhalten besser zu regulieren, was vor allem bei eingeschränkter Daueraufmerksamkeit, stark ausgeprägter Impulsivität und starker Bewegungsunruhe Ihres Kindes geboten ist.
Im Einzelnen geht es um folgende Inhalte:

-Vermittlung von ADHS-Basiswissen schafft einvernehmliche Problemsicht mit ADHS-Kind

Dem Kind „rüberbringen“, wie seine Schwierigkeiten zu erklären sind: Den Kindern wird dem Alter entsprechend Basis-Wissen über Aufmerksamkeitsstörungen (ADS / ADHS) vermittelt. Das Kind soll erkennen, wann es aufmerksamkeitsgestört ist und wie es seine Schwierigkeiten weit besser in den Griff bekommen kann. Es soll auch durchschauen, worin seine Schwierigkeiten bestehen, worauf sie zurückzuführen sind und was es aus eigener Anstrengung tun kann. Im Grunde genommen geht es dabei darum, eine einvernehmliche Sichtweise der Problematik mit dem Kind zu erarbeiten und seine Motivation zur Mitarbeit zu wecken.

-Vertrag mit dem Kind enthält Regeln der Zusammenarbeit

Danach wird meistens ein Vertrag mit dem Kind geschlossen, der die Ziele der Behandlung festhält und festlegt, wann man sich trifft und was dabei getan wird. In aller Regel befürworten Kinder diesen Vertrag sehr, weil er sie als Partner ernst nimmt und Ihnen eine eigenständige Rolle einräumt.

-Basistraining vermittelt grundlegende Aufmerksamkeits-Fertigkeiten

Einübung der Basisfertigkeiten „genau hinschauen“, „genau zuhören“, „Wahrgenommenes wiedergeben“.

Bevor es so richtig zur Sache geht, werden mit den Kindern sogenannte Basisfertigkeiten eingeübt. Es ist vergleichsweise einfaches Verhalten, wie genau hinschauen, genau zuhören, Wahrgenommenes wiedergeben. Solche Grundfertigkeiten sind Voraussetzung für kompliziertere Tätigkeiten. Dabei werden zunächst Übungsmaterialien eingesetzt, die man mit wenig Vorwissen bearbeiten kann, wie Labyrinthaufgaben, Zuordnungsaufgaben und Richtungshören. So lernen die Kinder zum Beispiel anhand von systematischen Bildbeschreibungen, genau hinzuschauen, detailreich zu beschreiben und auch weniger auffällige Einzelheiten zu beachten.

-Einsatz eines Belohnungssystems motiviert das ADHS-Kind

Erwünschtes Verhalten (also bedachtes, sorgfältiges Vorgehen) wird ganz gezielt belohnt. Dabei bekommt das Kind für jeden Schritt in diese Richtung sofort eine klare Rückmeldung in Form einer Wertmarke. Wertmarken können bunte Büroklammern sein, die nach genau festgelegten Regeln vergeben bzw. bei grobem Fehlverhalten auch wieder abgezogen werden. Die so gesammelten Marken können später gegen kleine Belohnungen (Jojo, Aufkleber, Matchbox-Autos u. ä.) eingetauscht werden. Die Regeln für den Eintausch werden vorher genau festgelegt.

-Selbstinstruktionstraining – Ausbildung von Reaktionskontrolle anhand von Signalkarten

Das Kind lernt, erst innezuhalten und nachzudenken, bevor es etwas tut. Das geschieht im Rahmen eines ‘Selbstinstruktionstrainings’, bei dem die Kinder lernen, sich selbst Anweisungen zu geben und sich dadurch selbst zu steuern. Dazu wird eine Signalkarte benutzt, die zum Symbol für innehalten, nachdenken und überlegen werden soll. Das verzögerte, überlegte Vorgehen soll das Kind vor allem im Alltag praktizieren. Um das zu erreichen, diskutieren Kind und Therapeut, in welchen Situationen eine Reaktionskontrolle gut ist, welche Erfahrungen das Kind damit macht, und wo es auch mal weniger bringt. Diese Dialoge mit dem Kind sind immer so angelegt, dass das Kind die Schlussfolgerung für sich selbst zieht. Schließlich ist die Einsicht des Kindes notwendig, um Veränderungen zu erreichen. Dieses Vorgehen ist typisch für das gesamte Trainingsprogramm.

2. Das Strategietraining

Das Strategietraining konzentriert sich auf die “Einschränkung der Verhaltensorganisation”. Es vermittelt handlungsorganisierende Strategien und Selbstinstruktionen für ihre Umsetzung. Dabei werden situationsübergreifende, allgemeine Handlungsstrategien sowie eine komplexere und flexible verbale Handlungsregulation angebahnt.

-Lernen, geplant (strategisch) vorzugehen

Hier geht es darum, dass die Kinder lernen, ihr Verhalten im Voraus zu planen und einer übergeordneten Strategie zu folgen. Sie werden angeleitet, ihr Verhalten durch “inneres Sprechen” zu steuern. Das ist hauptsächlich für solche Kinder nützlich, die sehr unsystematisch und planlos an die Dinge herangehen, rasch den Überblick verlieren und vor allem von komplizierten Anforderungen überfordert werden. Wesentliche Bestandteile dieser Behandlung sind:

-Einüben einer allgemeinen Problemlösestrategie durch Selbstinstruktion und Signalkarten

Hier lernen Kinder eine ganze Reihe von Selbstanweisungen, die ihnen zu erfolgreichen Problemlösungen verhelfen können, u. a. „Ich will anfangen!“, „Was ist meine Aufgabe?“, „Ich mache mir einen Plan!“ Jede dieser Selbstanweisungen (Selbstinstruktion) ist durch eine Signalkarte veranschaulicht. Die Kinder beobachten, wie der Therapeut diese Karten zur Aufgabenlösung einsetzt und seine Gedanken dabei laut ausspricht. Dann werden sie selbst zu solchen verbalen Handlungsanweisungen angehalten, zunächst laut gesprochen, später nur noch flüsternd; gegen Ende des Strategie-Trainings gehen sie zunehmend in ein “inneres Sprechen” über.

-Übertragung der Strategie auf zunehmend komplexere Materialien


Zunächst werden die neu erlerntenVorgehensweisen an einfachen Aufgaben eingeübt, dann auf zunehmend anspruchsvollere Aufgaben übertragen (z.B. verschiedene Reihungsaufgaben). Schließlich werden in dem Strategietraining offenere Aufgaben gestellt, bei denen es notwendig ist, eigene Lösungswege abzuleiten ( z. B. logische Ergänzungsaufgaben).

-Übertragung des Vorgehens auf schulische Inhalte


Von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Strategie-Trainings ist die Einsicht der Kinder, dass die erlernten Strategien in sehr vielen, ganz unterschiedlichen Alltagssituationen hilfreich sind. Um ihnen diese Erfahrung nahe zu bringen, werden in den letzten Trainingseinheiten – insbesondere im Strategietraining- schulische Inhalte aufgegriffen (etwa selbständige Fehlersuche beim Diktat, einen Sachbuchtext bearbeiten).

Quelle: http://www.lauth-schlottke.de